Systemische Therapie

In der praktischen therapeutischen Arbeit wird schnell deutlich, dass es oft nicht ausreicht, individuelles Verhalten zu verstehen. Fast immer muss der Blick auch auf das jeweilige Netz von Beziehungen gerichtet werden muss – kurz: auf das System, in dem das Verhalten geschieht.
Es ist eben nicht nur die individuelle Geschichte oder die eigene willentliche Entschlossenheit entscheidend für Erleben, für Wachstum und Veränderung. Genauso wichtig oder sogar wichtiger sind die unterschiedlichen Verbindungen und Reaktionsmuster aller an einem Problem oder einer Blockierung beteiligten Personen.

An dieser Stelle setzt der noch relativ junge Ansatz der Systemischen Therapie an und ergänzt so ideal andere, individueller ausgerichtete Therapieformen.

Die Technik des "leeren Stuhls" aus der Gestalttherapie erfährt hier eine sinnvolle Erweiterung. Mit dem Aufstellen von stellvertretenden Symbolen, wie z. B. leeren Stühlen oder Markierungen auf dem Boden, kann sehr eindrucksvoll das unsichtbare Beziehungsmuster in Familien, Firmen und Institutionen sicht- und erlebbar gemacht werden. Und es können ressourcenorientierte Ideen entstehen, neue verändernde Impulse mit Wirkung auf die Individuen und das umgebende System.